Leben mit dem X-Faktor

Leben mit dem X-Faktor

oder:

Mutterkatzen ticken anders...

Nachdem in der Nacht vom 11. zum 12.08.2010 meine Katzengruppe förmlich auseinander gebrochen ist, hab ich mich natürlich auf die Suche nach der Ursache gemacht. Katzen hin und her getauscht, ausprobiert wer mit wem noch kann und was gar nicht mehr geht. Nach einem Tag Detektivarbeit ist mir dann im Grunde die Lösung des nächtlich aufgetauchten Problemes klar geworden! Folgendes muss sich so abgespielt haben:
Wir haben für die Damen ein Außengehege, welches bei schönem Wetter auch nachts zur Verfügung steht und gerne genutzt wird. Dummer Weise leben wir offensichtlich auf einem uralten Wanderweg für potente Kater. Immer wieder tauchen hier streunende Jungs auf, die meine Kastraten belästigen. Das ist eine üble Problematik und bringt immer wieder Unruhe. Meist gehen diese zugewanderten Kerle schnell wieder ihrer Wege, manche bleiben einfach länger und lassen sich unser Futter schmecken. In der Regel halten sie sich in den Stallungen auf und behelligen uns nicht im Haus.
In eben jener Nacht muss aber einer wohl gewagt haben, den Laufgang der Damen zu betreten (oben drauf) und ist in die erste Etage gelaufen! Ich sah ihn vormittags dort oben sitzen, konnte ihn aber verscheuchen.
Da Lea und Nimue Babys haben, waren sie offensichtlich der Meinung ihre Kinder beschützen zu müssen und haben den fremden Kater durch das Gitter des Laufganges hindurch angegriffen. Sie werden sich dabei in die Quere gekommen sein und durch sogenannte Übersprung- Reaktionen ist es dann zu einem kompletten Chaos gekommen. Auslöser der Attacke waren vermutlich Lea und Nimue. Joy wird zwischen die Fronten geraten sein und ist in Panik ausgebrochen. Panik wiederum wird innerhalb einer Katzengruppe unglaublich schnell zum Selbstläufer: alle lassen sich anstecken und ergreifen, soweit möglich, die Flucht. Es kann auch zu einem plötzlichen Gerangel kommen, bei dem eigentlich keiner weiß worum es geht.
Soweit, so schlecht. Nun sollte man annehmen, das, wenn sich alle wieder beruhigt haben, der Frieden wieder hergestellt werden kann. Leider ticken Katzen anders... Durch die Übersprungreaktionen sind Fehlverknüpfungen und Feindbilder entstanden die sich nur schwierig, bzw. gar nicht mehr dauerhaft löschen lassen.
Zur Zeit haben wir hier folgende Konstellation: Lea ist wieder in die Gruppe integriert, bewacht aber den Laufgang mit Argusaugen, jeder Zeit bereit den „Feind“ in die Flucht zu schlagen. Leider ist im Moment jeder „Feind“ der aus dem Laufgang kommt, auch ihre Mitkatzen. Das Fenster, bzw. der Zugang zum Laufgang bleibt also erst einmal geschlossen und alle haben Stubenarrest. Joy hat sich wieder beruhigt, beäugt aber alles sehr vorsichtig und bewegt sich nur zögernd in den Räumen. Nimue ist nicht mehr in der Gruppe. Sie fühlt sich zur Zeit von jedem attackiert, der auch nur um die Ecke kommt. In ein paar Tagen, wenn sie sich völlig beruhigt hat, werden wir versuchen sie wieder in die Gruppe zu setzen. Im Moment wäre ein erneuter Versuch kontraproduktiv und würde wieder zu neuer Unruhe führen und vor allem auch die Kitten massiv schockieren.
Im Laufgang sitzt nun eine lebensechte Plüschkatze um Lea davon zu überzeugen, das von dem „Schatten“ im Laufgang keine Gefahr droht. Nachdem sie gestern mehrfach diese „Katze“ durch die Scheibe angegriffen hat, hat sie inzwischen begriffen, dass alles wieder sicher ist und sie nimmt diesen „Schatten“ nun gelassen hin.

Was mir hier passiert ist, das kann in ähnlicher Art und Weise jedem passieren, der mehr als nur eine Katze hält! Wir alle sind vor solchen Erlebnissen nicht gefeit! Man kann diese Dinge nicht einmal verhindern, wenn man sich alle Mühe gibt und versucht alle Eventualitäten auszuschließen; das Quietschen einer Tür kann als Auslöser einer Kettenreaktion alle Male reichen.

Ich werde nun schauen, ob es möglich ist, den Laufgang von oben so zu gestalten, dass er nicht mehr von Katzen betreten werden kann, um zumindest diesen X-Faktor auszuschließen...